TSV Ehningen Ringen

Start der Ringersaison für den TSV Ehningen

Der TSV Ehningen greift nach langer Pandemiepause in der kommende Ringersaison mit vier neuen Sportlern an. Nach einem Platz im Mittelfeld in der Saison 2019, will der TSV Ehningen dieses Jahr mehr und setzt das Ziel höher an. Im ersten Oberligakampf kommt es gleich zum Derby gegen den KSV Musberg.

Nach fast einem Jahr Trainingspause, wird wieder in der Halle der Ehninger Ringer geschwitzt und um den besseren Griff gekämpft. Corona brachte den Sport Ringen zum absoluten Stillstand und Sportler waren monatelang gezwungen, sich durch alternative Trainingsangebote wie Joggen oder heimische Kraftübungen fit zu halten. „In einem Vollkontaktsport ist dies allerdings nur eine Lösung auf Zeit. Ringen lernt man durch Ringen und nicht durch kilometerlange Läufe im Wald oder zahllose Liegestütze im Garten!“, erklärt der sportliche Leiter Kai Rösch.
Über die sportliche Vorbereitung der letzten Wochen sowie zur Kaderplanung, berichten Trainer Michael Widmayer und sportlicher Leiter Kai Rösch.


In der Hochphase der Pandemie war ein Ringertraining unmöglich. Wie empfand das Trainerteam diese Zeit und welche Art der Trainingsmotivation wurde für die Sportler in den Lockdown-Monaten geschaffen?

Michael Widmayer: Eine Kontaktsportart wie das Ringen hat im Lockdown besonders gelitten. Trotzdem haben wir versucht, den Kontakt untereinander zu halten. Das Trainerteam hat jede Woche eine sportliche Challenge vorbereitet, die allein von zu Hause oder im Freien durchgeführt werden konnte. So konnten sich die Sportler gegenseitig anspornen und es fand zumindest über Whatsapp ein kleiner, aber regelmäßiger Austausch statt.


Wie sahen die ersten Trainingseinheiten nach dem Lockdown aus? Bestand die Sorge, dass Sportler nicht mehr den Weg auf die Matte zurückfinden?

Kai Rösch: Natürlich war Anfangs die Frage da, wie viele der Sportler den Weg wieder in die Halle finden würden. Jedoch haben die Trainer im Vorfeld schon viel dafür getan, damit die Sportler motiviert bleiben. So war die Freude sehr hoch als wir – erstmals draußen – wieder trainieren durften. Die Sportler hatten Lust wieder als Mannschaft zu trainieren. Nach über einem Jahr ohne Mattentraining mussten die Sportler zunächst wieder in das typische Ringertraining reinkommen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit fing dann auch recht schnell die Vorbereitungszeit auf die im Oktober stattfindende Saison an.


In Pandemiezeiten hatte man kaum Möglichkeiten irgendeine Art von Sportangebot für seine Mitglieder anzubieten. Wie hat sich dieser Ausnahmezustand auf Mitgliederzahlen im Jugend- und Aktivenbereich ausgeübt?

Kai Rösch: Im Aktivenbereich haben wir glücklicherweise fast keine Mitgliederverluste zu verzeichnen. Es ist normal, dass eine Abteilung Abgänge hat. Meistens wird dies jedoch durch die Neumitglieder im Jugendbereich ausgeglichen. Durch das fehlende Trainingsangebot konnten wir in den letzten ein bis zwei Jahren fast keine Neumitglieder für das Ringen begeistern. Somit haben wir circa 20 Mitglieder weniger als Anfang 2020. Wir hoffen jedoch, dass sich diese Entwicklung jetzt wieder umdreht.


Die Saison 2020 wurde kurz vor Beginn abgesagt. Gab es trotz ausgefallener Runde zusätzliche personelle Veränderungen oder wird die selbe Mannschaft wie 2020 an den Start gehen?

Kai Rösch: Die Mannschaft wird definitiv ein anderes Gesicht haben, besonders im Vergleich zu der stattgefundenen Saison 2019. Wir werden in diesem Jahr eine deutlich jüngere Mannschaft haben, jedoch definitiv nicht schlechter besetzt als letztes Jahr. Neben der Integration unserer Neuzugängen in die Mannschaft ist es natürlich sehr wichtig unseren jungen Sportlern eine Perspektive zu geben und ihnen auch Wettkampfpraxis in den beiden Mannschaften zu ermöglichen.


Seit Anfang Juni darf wieder in Gruppen Sport ausgeübt werden. Wie war die Rückkehr auf die Matte?

Michael Widmayer: Wir waren natürlich alle sehr froh, als wir wieder mit dem ringkampfspezifischen Training anfangen durften. Nach der langen Zwangspause hat man gemerkt, dass die Sportler sich sehr auf das Ringertraining gefreut haben.
Zunächst haben wir aber trotzdem noch den Fokus eher auf die allgemeine Fitness gelegt, damit alle auf ein ähnliches Fitnesslevel kommen und um Verletzungen vorzubeugen. Danach haben wir nach und nach die Intensität auf der Matte gesteigert.


Wie waren die Wochen bis zum Saisonbeginn und wo lag der sportliche Fokus im Training?

Michael Widmayer: Je näher es Richtung Saison ging, desto intensiver wurden die Einheiten. Wir haben die letzten Wochen viel Situationen ausgekämpft und Wettkämpfe simuliert. Außerdem haben wir an drei Wochenenden Trainingslager durchgeführt. Eine Woche vor dem Saisonstart organisierten wir noch Trainingswettkämpfe mit Kampfrichtern, um die Wettkampfhärte zurückzubekommen und nochmal zu sehen, in welchen Bereichen eventuell noch kleine Anpassungen gemacht werden mussten.


Oft werden die Einzelmeisterschaften im Frühjahr als Auftakt für das neue Ringerjahr gesehen. Gibt es für Nachwuchssportler dieses Jahr die Chance, solche Meisterschaften wahrzunehmen und ist der TSV Ehningen dort vertreten?

Michael Widmayer: Die Einzelmeisterschaften wurden wegen der Pandemie in den Sommer verschoben, konnten dieses Jahr aber - zumindest auf nationaler Ebene - zum Glück wieder stattfinden. Bei den deutschen Meisterschaften der Junioren kam Fabian Bendl bis ins kleine Finale und belegte den 5. Platz. Oscar Ziegler holte bei der A-Jugend einen hervorragenden 2. Platz und damit die Silbermedaille. Anfang Oktober fanden noch die deutschen B-Jugend Meisterschaften statt. Mit Immanuel Pitters haben wir hier noch einen sehr jungen Sportler mit großem Talent, der zum ersten Mal an nationalen Meisterschaften teilnehmen durfte.


Du selbst wurdest dieses Jahr 5. Europameister, gehörst zu den besten der Welt und hast in einem vergangenen Interview Olympia 2024 als großes Ziel angegeben. Hindert dich die Tätigkeit als Trainer nicht bei Vorbereitung auf dein Ziel?

Michael Widmayer: Ich habe dem TSV Ehningen sehr viel zu verdanken und ohne die Unterstützung des Vereins wären meine Erfolge niemals möglich gewesen. Deshalb ist es mir ein Anliegen, auch etwas zurückzugeben. Es stimmt - bis 2024 möchte ich nach wie vor noch den Fokus auf meine internationale Karriere legen und deshalb bin ich bisher auch nur als Co-Trainer aktiv. Mit Maik Busch und Constantin Bulibasa sind wir im Trainerteam aber ohnehin hervorragend aufgestellt.


Und nun die abschließende Frage: Welches Ziel wurde für die Saison 2021 gesetzt und wo wird nach realistischer Einschätzung der TSV Ehningen am Ende stehen?

Kai Rösch: Wir sind uns bewusst, dass diese Mannschaft nach so vielen Neuzugängen erstmal zusammenwachsen und Erfahrungen sammeln muss. Trotzdem müssen wir uns vor den anderen Mannschaften nicht verstecken und setzen uns als Ziel einen Platz unter den Top drei.


Neben den Abgängen von Jonas Lange, Sulejman Ajeti und Micheil Tsikovani verstärkt sich der TSV Ehningen an einigen Baustellen. So werden durch Marcus King und Timo Stiffel die Gewichtsklassen 80/86 Kilogramm Freistil und 75 Kilogramm griechisch-römisch besetzt. Marcus King wechselt vom AV Hardt und Timo Stiffel vom KSV Haslach zum TSV. Beide füllen Gewichtsklassen aus, in denen sich die Ehninger in den letzten Jahren immer wieder schwer getan haben, Kämpfe zuverlässig zu gewinnen und Punkte zu holen. Neben diesen beiden Neuzugängen verstärkt sich der TSV außerdem mit Richard Vilhelm und Adrian Grosul in den Gewichtsklassen 66 Kilogramm und 130 Kilogramm Freistil.
Diese starken Neuzugänge ergänzen den bereits bestehenden Kader und macht die Schönbuch-Ringer deutlich flexibler und weniger anfällig für Ausfälle.

Im ersten Kampf der Saison 2021 trifft der TSV Ehningen auf den KSV Musberg. In den letzten zwei Derbys stand auf der Anzeigetafel ein Sieg und eine Niederlage. Da der KSV seine besten Sportler in Gewichtsklassen hat, welche auch beim TSV Ehningen stark besetzt sind, kann man sich auf spannende Begegnungen einstellen. Kampfbeginn ist um 19:30 Uhr in der Schalkwiesenhalle.
Die zweite Mannschaft des TSV Ehningens trifft auf die TSG Nattheim II. In der Ehninger Mannschaft darf dieses Jahr mit vielen neuen Gesichtern aus der eigenen Jugend gerechnet werden. So wird beispielsweise der neue deutsche Vizemeister Oscar Ziegler sein Mannschaftsdebüt geben. Kampfbeginn ist 17:30 Uhr.

Der TSV Ehningen weist auf die geltenden 3G Richtlinien des Landes hin. Zuschauer benötigen einen gültigen Nachweis und müssen beim Betreten der Halle einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Um mögliche Schlangen und einen Andrang vor der Kasse zu vermeiden, bittet der TSV Ehningen die Zuschauer darum, möglichst früh sich in die Halle zu begeben. Infos zum geltenden Hygienekonzept werden unter www.tsv-ehningen-ringen.de zur Verfügung gestellt.


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