TSV Ehningen Ringen

Michael Widmayer neuer Trainer beim TSV

Das Trainerduo der Ehninger Ringer wird seit diesem Jahr von Ausnahmeathlet Michael Widmayer ergänzt. Als Bundesligaringer und Eigengewächs des TSV Ehningen unterstützt er Cheftrainer Maik Busch und Constantin Bulibasa. Im Interview gab er einen kleinen Einblick in die aktuelle Trainersituation und seine sportliche Karriere.

Hallo Michael. Wie kam es zu dieser neuen Aufgabe bei deinem Heimatverein?
Ich hatte letztes Jahr nach der Weltmeisterschaft erst eine hartnäckige Fußverletzung und musste dann auch noch an der Schulter operiert werden. In Ehningen hat Ende letzten Jahres der griechisch-römisch Trainer aufgehört. Dadurch entstand im Trainerteam eine Lücke und ich konnte aktuell sowieso nicht trainieren. Ich habe dann immer öfters das Training gemacht und bin somit etwas zufällig in den Job reingerutscht.

Ist der Trainerjob ein Plan für die Zeit nach der aktiven Karriere?
Ich fange - mit etwas Verspätung aufgrund Corona - in zwei Wochen mit der C-Trainerlizenz an. So lange ich noch selber ringe, werde ich aufgrund von meinem eigenen Training, den vielen Trainingslagern und Wettkämpfen nur als Co-Trainer zu Verfügung stehen. Nach meiner Karriere könnte ich mir aber sehr gut vorstellen, voll als Trainer einzusteigen.

Wie sieht das jetzige Trainerteam beim TSV aus?
Wir sind zu dritt. Maik Busch ist schon seit sehr vielen Jahren der Cheftrainer in Ehningen. Er war damals in der Jugend schon mein Trainer. Buschi ist in jeder Hinsicht ein absolutes Vorbild für mich und ich hoffe, dass er dem Verein noch lange erhalten bleibt. Daneben gibt es noch Constantin Bulibasa. Er ist auch schon lange dabei und kann auf viele Jahre Bundesliga-Erfahrung zurückgreifen. Technisch ist er einer der besten Ringer die ich kenne.

Du blickst auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Neben dem Deutschen Meistertitel gehörst du nach der Weltmeisterschaft nun auch in deiner Gewichtsklasse zu den besten Ringern weltweit. Schaffst du es zeitlich überhaupt alles unter einen Hut zu bekommen? Und wie sieht eine normale Woche bei dir aus?
Leistungssport ist eine 24/7 Aufgabe. Ich trainiere etwa zehn mal in der Woche. Dazu kommt aktuell noch vier mal Physiotherapie. Neben dem Training sind Schlaf, Ernährung und ein gesunder Lifestyle von zentraler Bedeutung. Man muss viel opfern und ich denke das alles unter einen Hut zu bringen, schafft man nur, wenn man den Sport liebt und ihn für sich selber und niemanden anderen ausübt. Zudem habe ich das Glück, gerade bei meinem Arbeitgeber Bosch freigestellt zu sein und meinen Master als Fernstudium zu absolvieren, sodass ich meine Zeit frei einteilen und mich voll auf den Sport konzentrieren kann.

Du ringst aktiv für Burghausen in der Bundesliga und hast letzte Saison das Triple um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft geschafft. Denkst du dabei überhaupt noch einmal daran, für Ehningen auf die Matte zu gehen?
Bis 2024 möchte ich, sofern ich von weiteren Verletzungen verschont bleibe, noch Leistungssport betreiben. Mein großes Ziel sind die Olympischen Spiele in Paris. Die nächsten vier Jahre will ich alles dafür tun, um dies zu erreichen, damit ich mir nichts vorwerfen kann, wenn es nicht klappen sollte. Mein Traum wäre es im August 2024 in Paris zu ringen und im September 2024 dann wieder für Ehningen in der Liga auf der Matte zu stehen. So oder so werde ich auf jeden Fall meine Karriere in Ehningen beenden.

Ab Juli darf nun wieder auf der Matte mit Körperkontakt trainiert werden. Wie sieht nun die weitere Planung für den TSV Ehningen und für dich persönlich aus?
Wir wollen mit dem TSV nächste Woche wieder mit dem Training auf der Matte beginnen. Es dürfen 20 Sportler gleichzeitig trainieren, wobei man möglichst feste Paare bilden sollte. Außerdem gibt es noch ein paar andere Hygienevorschriften, wie zum Beispiel desinfizieren und Lüften des Trainingsraums. Ob es eine Oberliga Saison gibt ist noch unklar. Die Entscheidung soll in zwei Wochen fallen. Für den Ringkampfsport wäre es aus meiner Sicht wichtig, dass es noch Wettkämpfe in 2020 gibt. Fußball und Handball werden auch spielen und da wäre es schlecht, wenn Ringen für ein ganzes Jahr komplett von der Bildfläche verschwindet. Klar ist aber auch, dass die Gesundheit an erster Stelle stehen muss.


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