TSV Ehningen Ringen

Erstrunden-Aus für Michael Widmayer bei der Europameisterschaft

Es hat nicht sollen sein: Bei der Ringer-Europameisterschaft in Novi Sad (Serbien) scheiterte Ehningens Ausnahmekönner Michael Widmayer bereits in der ersten Runde und musste alle Hoffnungen auf eine Top-Platzierung streichen. Mit 2-4 Punkten unterlag Widmayer dem Norweger Pal Eirik Gundersen und schied somit früh aus dem Turnier aus.

Auch das kollektive Daumendrücken der Ehninger Ringerfamilie beim Public Viewing sowie die Anfeuerungsrufe der kleinen Ehninger Reisegruppe vor Ort half letztlich nicht. Für Michael Widmayer bleibt am Ende das "Erlebnis Europameisterschaft". Er war mittendrin unter Olympiasiegern, Welt- und Europameistern, die ihren Sport - anders als Widmayer selbst - als echte Profi-Sportler ausüben.

Michael Widmayer hatte sich für das Turnier viel vorgenommen und bekam mit dem Norweger Gundersen einen Gegner zugelost, der im Vorfeld als schlagbarer Gegner ausgemacht wurde. Über die meiste Zeit des Kampfes war es auch der Ehninger, der auf der Matte den Ton angab und das Geschehen unter Kontrolle hatte. Auf diese Weise erarbeitete sich Widmayer die 1-0 Pausenführung nach drei Minuten Kampfzeit. Im zweiten Kampfabschnitt folgte dann die entscheidende Viererwertung des Norwegers, als Widmayer die Gefahr zu spät erkannte und sich in der Folge sogar gegen die drohende Schulterniederlage wehren musste. Der Ehninger konnte sich nochmals befreien und verkürzte noch auf 2-4, doch ernsthaft gefährden konnte Widmayer den Norweger danach nicht mehr. Mehr noch als das Erstrunden-Aus ärgerte sich der Ehninger darüber, dass er sein großes Potenzial im entscheidenden Moment nicht abrufen konnte. Dabei spielten mit Sicherheit auch die Nerven eine Rolle, zumal es für Widmayer der erste Auftritt auf der ganz großen internationalen Bühne war.

Das Finale in Widmayers Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm endete mit einer großen Überraschung, als der junge Russe Artem Surkov den serbischen Olympiasieger und Lokalmatador Davor Stefanek mit 12-1 Punkten deklassierte. Unter dem anwesenden Fachpublikum verbreitete sich im Verlauf der Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil schnell großer Unmut über das aktuelle Regelwerk. Anders als noch bei den Olympischen Spielen im letzten Jahr wird momentan ohne Bodenlage gerungen, aus der im griechisch-römischen Stil meistens die spektakulären Aktionen hervorgehen. In seinem Bemühen, den Ringsport noch attraktiver und spektakulärer zu machen scheint der Weltverband aktuell mehr denn je auf dem Holzweg zu sein.


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